Bonität

Die Bonität, oder auch Kreditwürdigkeit einer Person (ob natürlicher oder juristischer Art) dient als Entscheidungsgrundlage für Dritte, dieser Person einen Kredit zu gewähren. Dementsprechend ist es leichter einen Kredit zu bekommen, je besser die Bonität ist.

Die Bonität dient auch als Kriterium für das regulatorische Eigenkapital, wie in den internationalen Regeln gemäß den Basel-II-Grundsätzen festgelegt. Die Höhe des Kreditzinses wird häufig entsprechend der Höhe des regulatorischen Eigenkapitals festgelegt.

Wie wird nun die Bonität einer Person ermittelt? Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Der Kreditgeber führt die Kreditwürdigkeitsprüfung selbst durch und bedient sich hierbei sogenannter Score-Karten.
  2. Der Kreditgeber zieht eine Rating-Agentur o.ä. zu Rate.

Die Basel II Richtlinien haben dazu geführt, dass mittlerweile häufiger interne Ratingsysteme in den Finanzinstituten angewandt werden. Diese internen Ratingsysteme basieren auf statistischen Modellen, die die Bonität abhängig von Branche und Land, in dem sich der Firmensitz des Kreditnehmers befindet, bewerten. Hierbei wird besonders auf einen Wert geachtet: die Ausfallwahrscheinlichkeit oder, auf Englisch, PD – probability of default.

Bezieht man die Bonität auf Emittenten von Wertpapieren, versteht man hierunter die Fähigkeit, die Emission zu verzinsen und zu tilgen.

Bei der Bewertung der persönlichen Bonität eines Kreditnehmers, werden neben beruflichen und fachlichen Qualifikationen auch persönliche Eigenschaften, wie Zuverlässigkeit und Werdegang bewertet. Diese Eigenschaften werden häufig sehr subjektiv beurteilt.

Die Einschätzung der wirtschaftlichen Bonität ist hier schon wesentlich objektiver möglich. Es wird beurteilt, inwieweit der Kreditnehmer wirtschaftlich in der Lage ist, den Kredit auch wieder zurückzuzahlen. Dies bezeichnet man als Kapitaldienstfähigkeit. Man zieht zu diesem Zweck nüchterne Zahlen, wie Einkommensnachweise und Bilanzen hinzu und führt zudem häufig eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung durch.

Desweiteren gibt es verschiedene Auskunfteien, wie z.B. die SCHUFA, Wirtschaftsauskunfteien oder Bankauskünfte, über die man sich Informationen zur Bonität des Kreditnehmers einholen kann. Die Evidenzzentrale der Bundesbank bietet außerdem die Möglichkeit, Auskunft bei Verschuldung in Millionenhöhe einzuholen.

Zur Sicherung der Bonität im Ausland tätiger Wirtschaftsbetriebe bietet die Bundesregierung die so genannte Hermes-Bürgschaft.

Zusammenfassend wirken sich unter anderem folgende Faktoren positiv auf die Bonität aus:

  • Höhe des Eigenkapitals
  • Liquidität
  • Anlagedeckungsgrad
  • Image

Bonität bei Beamten

Sie haben Interesse daran wodurch die Bonität bei Beamten beeinflusst wird. Lesen Sie dazu mehr beim Thema Beamtendarlehen