Annuitätendarlehen

Unter einem Annuitätendarlehen versteht man ein Darlehen, das mit gleichbleibenden Raten zurückgezahlt wird. Voraussetzung für die gleichbleibende Ratenhöhe ist eine festgeschriebene Zinsbindung bis Laufzeitende. Variiert die Rückzahlungsrate, spricht man von einem Tilgungsdarlehen. Die Annuität (Rate) setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Dem Zinsanteil und dem Tilgungsanteil. Diese Anteile verschieben sich kontinuierlich, da mit jeder Rate die Restschuld verringert wird und somit der Zinsanteil sinkt und der Tilgungsanteil entsprechend steigt. Ist das Ende der Laufzeit erreicht, hat man sein Darlehen vollständig zurückgezahlt (getilgt).
Die Höhe der zu zahlenden Zinsen (Zinssatz) kann bei Abschluss eines Annuitätendarlehens für einen vertraglich festzulegenden Zeitraum festgeschrieben werden. Es ist möglich, diesen Zeitraum bis zum Ende der Vertragslaufzeit festzuschreiben. Der Tilgungsanteil sollte im ersten Jahr mindestens ein Prozent des Darlehensbetrages betragen. Mit fortschreitender Annuität steigt der Tilgungsanteil schließlich bis auf theoretisch einhundert Prozent der verbleibenden Kreditsumme im letzten Jahr des Darlehensvertrages.

Wann ist ein Annuitätendarlehen sinnvoll?

Ein Annuitätendarlehen wird von den Banken häufig im privaten Bereich vergeben. Die kalkulierbaren Raten bieten dem Darlehensnehmer einen verlässlichen Überblick über die verbleibende Restschuld und die Dauer der Verschuldung.
Anwendung findet ein Annuitätendarlehen z.B. oft bei der Immobilienfinanzierung. Der Zinssatz kann über verschiedene Zeiträume festgeschrieben werden. Diese variieren üblicherweise zwischen fünf, zehn und fünfzehn Jahren. Ist dieser Festschreibungszeitraum abgelaufen, kann der Darlehensvertrag gekündigt oder ein neuer Zinssatz verhandelt werden.
Eine weitere Variante ist ein variabler Zinssatz. Dieser wird in regelmäßigen Abständen den gängigen Indizes angepasst. Alternativ ist es auch eine Möglichkeit, die Annuitäten in zwölf gleichbleibende monatliche Raten aufzuteilen. Hierbei ist dann jeweils ein Zwölftel des nominalen Jahreszinssatzes zu zahlen. Die Kombination von immer gleichen monatlichen Raten und variablem Zinssatz ist zum Beispiel eine gängige Form in Spanien. Das erhöhte Risiko, das der Kunde hier trägt, wird durch deutlich niedrigere Zinssätze ausgeglichen.

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